Portugal D7 vs. D8 Visum: Welches passt zu Ihrer Situation?
Die portugiesischen Visa D7 und D8 werden häufig verwechselt, dienen aber sehr unterschiedlichen Zwecken. Die Wahl des falschen kann zu Verzögerungen, Ablehnungen oder rechtlichen Komplikationen führen. Dieser Leitfaden erläutert die wesentlichen Unterschiede, damit Sie die richtige Entscheidung treffen.
Das D7: Visum für passive Einkünfte
Das D7, manchmal als „Rentenvisum" bezeichnet, richtet sich an Personen, die sich durch passive Einkünfte selbst versorgen können. Dazu gehören:
- Renten (staatlich oder privat)
- Mieteinnahmen aus Immobilien
- Dividenden und Zinserträge
- Lizenzgebühren
- Jedes Einkommen, das keine aktive Arbeit erfordert
Stand 2026 beträgt die Mindesteinkommensanforderung 920 €/Monat (ca. 11.040 €/Jahr) für den Hauptantragsteller, mit Zuschlägen für Unterhaltsberechtigte. Dies ist eine der niedrigsten Einkommensschwellen für ein Aufenthaltsvisum in Westeuropa.
Wichtig: Wenn Sie aktives Erwerbseinkommen beziehen (Gehalt, Freelancer-Honorare), ist das D7 nicht das richtige Visum für Sie, selbst wenn Sie auch passive Einkünfte haben. Die portugiesischen Einwanderungsbehörden sind bei dieser Unterscheidung seit Einführung des D8 strenger geworden.
Das D8: Digitale-Nomaden-Visum
Im Oktober 2022 eingeführt, ist das D8 Portugals eigenes Visum für Fernarbeitende. Es richtet sich an Nicht-EU-Bürger, die für Arbeitgeber oder Kunden außerhalb Portugals arbeiten. Sowohl Angestellte als auch Freiberufler sind berechtigt.
Die Einkommensanforderung ist deutlich höher: 4x der portugiesische Mindestlohn, was 2026 ca. 3.680 €/Monat (44.160 €/Jahr) für den Hauptantragsteller entspricht. Ein Ehepartner addiert 50 %, jedes Kind 30 %.
Wesentliche D8-Anforderungen:
- Nachweis einer Fernbeschäftigung oder Freelance-Verträge mit nicht-portugiesischen Unternehmen
- Steuerliche Registrierung in Portugal
- Angemessene Unterkunft (Hinweis: Airbnb wird in der Regel nicht akzeptiert; ein regulärer Mietvertrag ist erforderlich)
- Krankenversicherung oder Zugang zum portugiesischen Gesundheitssystem
Direkter Vergleich
So schneiden die beiden Visa bei den wichtigsten Faktoren ab:
- Einkommensart: D7 = nur passiv; D8 = aktive Fernarbeit
- Mindesteinkommen: D7 = 920 €/Monat; D8 = 3.680 €/Monat
- Darf man arbeiten? D7 = keine aktive Arbeit (nur passive Einkünfte); D8 = ja, für ausländische Arbeitgeber/Kunden
- Anfangsdauer: Beide beginnen mit einem 1-Jahres-Visum, dann 2-Jahres-Aufenthaltsgenehmigungen
- Weg zur Daueraufenthaltsgenehmigung: Beide führen nach 5 Jahren dorthin
- Weg zur Staatsbürgerschaft: Beide ermöglichen die Berechtigung nach 5 Jahren legalem Aufenthalt
- Steuerregime: Keines der beiden qualifiziert für das alte NHR (beendet); es gelten die regulären portugiesischen Steuerregeln, sofern keine IFICI-Berechtigung vorliegt
Welches sollten Sie wählen?
Die Antwort ist einfach:
- Sie leben von Renten, Ersparnissen oder Kapitalerträgen und arbeiten nicht aktiv: Wählen Sie das D7
- Sie arbeiten remote für ein Unternehmen oder Kunden außerhalb Portugals: Wählen Sie das D8
- Sie haben sowohl passive als auch aktive Einkünfte: Wählen Sie das D8, da es Ihre Arbeitstätigkeit abdeckt. Passive Einkünfte können Sie weiterhin nebenbei beziehen.
Wenn Sie unsicher sind, in welche Kategorie Ihr Einkommen fällt, oder wenn Ihre Situation komplex ist (mehrere Einkommensquellen, gemischte Beschäftigungsarten), buchen Sie eine Beratung mit unserem Team. Die richtige Wahl des Visa-Typs von Anfang an spart Zeit und vermeidet Komplikationen bei der Verlängerung.

Linda Balboni
Expertin für Immobilien und Visa
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